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FU-Eignungstests gehen am Problem vorbei

Dem Exzellenzanspruch auch in der Lehre gerecht werden

Zur Ankündigung des FU-Präsidenten, in Zukunft Eignungstests für Studierwillige durchzuführen, erklärt der wissenschaftspolitische Sprecher Wolfgang Albers:

Der Präsident der Freien Universität, Prof. Dieter Lenzen, sollte sich fragen, warum seit Jahren keine relevante Verringerung der Abbrecherquoten an den Berliner Universitäten erreicht werden konnte, obwohl durch rigide Zulassungsbeschränkungen schon jetzt eine strenge Vorauswahl der Studierwilligen mit den besten Abiturnoten erfolgt.

Das Problem der hohen Zahl von Studienabbrüchen auf individuelles Versagen oder mangelnde Vorqualifikation der Bewerber zurückzuführen, geht am eigentlichen Problem vorbei. Vielmehr stehen die Hochschulen in der Pflicht, ihrem Exzellenzanspruch auch in der Lehre gerecht zu werden.

So hat eine Umfrage der FU unter ihren Bachelor-Studierenden ergeben, dass knapp die Hälfte der Studierenden mit dem Aufbau und der Struktur ihres Studiums unzufrieden sind. Mangelnde Praxisbezogenheit, eine unzureichende Vermittlung von Lerntechniken und erhebliche Defizite bei der Betreuung durch die Universität sind die Hauptkritikpunkte. Nur 42 Prozent der Studierenden gaben an, dass sie sich angemessen auf Prüfungen vorbereiten konnten.

Im Rahmen der Umstellung auf Bachelor- und Master-Studiengänge haben die Universitäten sich verpflichtet, die Erfolgsquote beim ersten Studien-Abschluss auf 70 Prozent zu steigern. Es ist nicht hinzunehmen, dass nun in einem Pilotprojekt der Versuch gemacht werden soll, sich über umstrittene Intelligenz- und Eignungstests dieser Selbstverpflichtung zu entledigen, damit das Abitur zu entwerten und das Verfassungsrecht auf einen freien Hochschulzugang zu unterlaufen.


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